Titelbild 10 Jahre selbstständig mit Simone Maader Kommunikation

10 Jahre selbstständig – Rückblick und Ausblick

Ein ganzes Jahrzehnt bin ich jetzt selbstständig als Texterin bzw. PR-Redakteurin und bereut habe ich es nie. Ganz im Gegenteil: Ich bin sehr dankbar für alles, was ich in diesen 10 Jahren lernen durfte – fachlich und zwischenmenschlich. Deshalb möchte ich Dich auch an diesen Erfahrungen teilhaben lassen. Es gibt nämlich fünf Bereiche, die ganz entscheidend zu meinem Erfolg beigetragen haben.

Zuerst blicke ich mit Dir kurz auf die Anfangszeit zurück. Fairerweise muss ich sagen, dass mir als Texterin (und damit einer echten Freiberuflerin) der Start rein formal und finanziell leichtgefallen ist, mich selbstständig zu machen. Meine Investitionen haben sich auf ein zweites Telefon, eine Website und den entsprechenden Webspace beschränkt. Einen Computer gab es bereits und ein Büro wollte ich nicht mieten.

Ich bin bis heute sehr glücklich mit meinem Home-Office. Meinen Kunden war es immer egal, wo genau ich sitze. Und für den Fall, dass ich hier raus möchte und mir der Sinn nach Abwechslung in kreativem Umfeld steht: Hamburg hat viele gute Cafés mit WLAN und tolle Co-Working-Spaces, in denen man auch Konferenzräume mieten kann. Meine Rahmenbedingungen sind also sehr komfortabel.

Das gilt auch für das Thema Kinderbetreuung. Mein Mann und ich haben keine Omas und Opas hier vor Ort, geschweige denn andere Verwandte. Hamburg bietet aber viele bezahlbare Betreuungsmöglichkeiten von der Krippe bis zum Teenie-Alter (so in etwa). Wir hatten also nie Engpässe bei der Kinderbetreuung. Nur Krankheitsphasen fordern uns bis heute wirklich heraus.

Und trotzdem: Die Rahmenbedingungen sind langfristig nicht spielentscheidend, wenn Du selbstständig bist. Es kommt darauf an, was Du daraus machst.

Großen Einfluss hatten (und haben) auf mich die folgenden Bereiche:

  1. Mindset
  2. Ziele
  3. Zeitmanagement
  4. Entscheidungsfreude
  5. Gelassenheit

Mindset

Hach, ein herrlich inflationär gebrauchtes Wort. Die deutschen Übersetzungen treffen aber nie so ganz das, was sich hinter dem englischen Ausdruck verbirgt. Mindset ist mehr als nur unsere Denkweise. Ich will jetzt gar nicht in die Tiefe gehen, aber dass unsere Gedanken einen großen Einfluss auf unsere Lebenswirklichkeit haben, ist kein Geheimnis. Das falsche Mindset bricht Dir auf die Dauer das Genick – in welcher Form auch immer.

Die Energie folgt der Aufmerksamkeit.

Wenn Du Dich also ständig fragst, woher Du neue Kunden bekommst oder ob sich überhaupt jemand für Dein Angebot interessiert, kultivierst Du negatives Denken und bist gefühlt immerzu im Mangel.

Ich hatte mich mit diesem Thema schon intensiv beschäftigt, lange bevor ich mich selbstständig gemacht habe. Wann immer ich bemerke, dass mein Mindset nicht stimmt, bin ich sofort da und arbeite daran. Positives Denken und das tiefe Wissen, dass ich alles schaffen kann, haben bisher immer verhindert, dass ich in ein Loch falle.

Mein Tipp an dieser Stelle: Such Dir unbedingt Menschen, die Dich im positiven Denken unterstützen. Bedenkenträger gibt es viel zu viele und für die geschäftliche Entwicklung sind sie wenig hilfreich.

Ziele

Ziele sind ganz eng mit dem Mindset verbunden. Allerdings kann man ein positives Mindset mitbringen, ohne größere Ziele zu verfolgen. So habe ich das zumindest ein paar Jahre lang gemacht. Ich habe intensiv für meine Kunden gearbeitet, ihnen zu Glanz verholfen und dabei mich selbst vergessen. Eigene Ziele sind aber wichtig! Sehr wichtig!

Als ich zu Beginn des Jahres 2015 bemerkt habe, dass mir die Ziele fehlen und ich einfach immer nur arbeite (sehr gern zwar, aber ohne Vision …), brauchte ich eine Auszeit zum Nachdenken. Bei Kind Nummer 2 hatte ich auf die Elternzeit verzichtet und fast nahtlos weitergemacht. Auch das war rückblickend nicht klug.

Aber besser spät als nie: 2016 habe ich mich ausgeklinkt und mir eine Pause gegönnt, um Zeit nur für mich zu haben und auch, um mir über meine Ziele klarzuwerden. Was will ich diese Woche, in diesem Monat, im gesamten Jahr erreichen? Wie will ich in fünf, in 10 Jahren leben und arbeiten? Welche Vision habe ich in Bezug auf mein Business?

Kurzfristige Ziele strukturieren den Alltag und ermöglichen es Dir, regelmäßig kleine Erfolge zu feiern. Das ist wichtig, um Dich selbst immer wieder bei Laune zu halten – auch an Tagen, wo das aufstehen mal nicht so leichtfällt. Langfristige Ziele, Visionen für die Zukunft, geben Dir Orientierung und motivieren Dich.

Zeitmanagement

Der Tag hat nur 24 Stunden, das hast Du vielleicht auch schon mitbekommen. In meine 24 Stunden müssen ein Mann, zwei Kinder, der Job, ein bisschen Haushalt und ich selbst passen. Das „ich selbst“ habe ich in den ersten Jahren leider vernachlässigt. Für langfristigen Erfolg brauchst Du auch Ruhepausen, Zeit für Dich allein, Zeit zum Denken, zum Spaß haben, zum Abschalten …

Selbstständig bedeutet: Du bestimmst über Deinen Tag.

Als erstes habe ich deshalb vor einigen Jahren für mich etwas entworfen, was heute unter dem Begriff Content-Strategie bekannt ist und darauf meinen Redaktionsplan aufgebaut. Seitdem weiß ich immer, worüber ich schreiben und was ich posten will.

Privat habe ich mir feste Freiräume geschaffen. Früher konnte ich dazu den Weg zur Kita (bzw. den Rückweg) nutzen. Und wenn es nur 20 Minuten allein auf einer Parkbank im Sonnenschein waren. Auch im Auto zu sitzen und dem prasselnden Regen zu lauschen, kann sehr entspannend sein.

Jetzt, da beide Kids in die Schule gehen, gehört mir morgens die Stunde zwischen 8 und 9 Uhr ganz allein. Dann ist Zeit für Yoga, Mediation, Joggen oder einen langen Spaziergang. Auch meine Arbeitszeiten sind klar definiert und ich kommuniziere sie ganz offen. Ich lese am Wochenende keine E-Mails und plane gezielt Auszeiten und Urlaub ein.

Entscheidungsfreude

Grenzen ziehen, Nein sagen, Entscheidungen fällen – das gehört zur Selbstständigkeit. Es ist völlig unmöglich, es immer allen recht zu machen. Deshalb solltest Du das auch gar nicht erst versuchen. Ich habe in meiner Anfangszeit immer wieder Aufträge angenommen, die mich wahnsinnig unter Druck gesetzt haben – kurz vor dem Urlaub zum Beispiel. „Oh, bevor Sie fahren, könnten Sie noch…?“ Klar konnte ich, aber extrem gestresst war ich dann.

Heute fahre ich schon in den zwei oder drei Tagen vor einem geplanten Urlaub mein Arbeitspensum herunter und Kunden biete ich an, ihren Auftrag direkt nach dem Urlaub anzugehen. Bisher konnten immer alle sehr gut diese zwei bis drei Wochen warten. Diese Freiheit, alles selbst entscheiden und mit meinem Privatleben vereinbaren zu können, war ja einer der Gründe, weshalb ich selbstständig arbeiten wollte.

Entscheidungsfreude ist auch angesagt, wenn es um neue Projekte geht. Will ich den Auftrag annehmen oder nicht? Stimmt die Chemie mit dem Kunden? Ist das Thema etwas für mich? Bevor Du etwas aus der Not heraus annimmst (Achtung, Mindset!) und Dich nicht wohlfühlst, lehne einen Auftrag lieber ab. Mit dieser Haltung fahre ich sehr gut.

Und wenn Du eine unpopuläre Entscheidung triffst? Dann ist das eben so. Ich bin für klare Kante – Wendehälse und Schaumschläger gibt es sowieso genug.

Mit Deinen Entscheidungen zeigst Du etwas von Deiner Persönlichkeit und Deinen Werten. Das ist langfristig wirksamer als laut zu krakeelen und zu polarisieren um des Polarisierens Willen.

Gelassenheit

Ja, die Gelassenheit und ich … mein Mann würde jetzt breit grinsen. Ich arbeite daran, immerhin. 😉 Da ist noch Luft nach oben, aber ich kann vieles deutlich entspannter sehen als noch vor einigen Jahren. Wenn ich mir jeden blöden Spruch, jeden unqualifizierten Kommentar zu Herzen genommen hätte, gäbe es Simone Maader Kommunikation heute nicht (mehr).

Der Umgangston im Netz ist auch nicht freundlicher geworden – wobei ich sagen muss, dass sich in meinem Umfeld nur noch Menschen tummeln, denen ein wertschätzender Umgang wichtig ist. Meine Zeit ist zu kostbar, um sie mit irgendwelchen Flitzpiepen zu vergeuden.

Gelassen bin ich aber auch in Bezug auf Wachstum – bei Fanzahlen zum Beispiel. Ich habe kein Problem mit einer kleinen, aber feinen Community. Lieber 200 echte Fans als 2.000, die nur so halbherzig bei der Sache sind.

Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht. Das gilt für Kinder, für Hunde und auch fürs Geschäft. Ich verfalle nicht mehr in Aktionismus, wenn sich etwas nicht so schnell entwickelt, wie ich es mir vorgestellt hatte.

Dann gibt es Phasen, da ist es turbulent, es gibt Phasen, in denen ist es ruhig und bei beidem kann ich heute sehr entspannt bleiben (Mindset …). Wenn viel los ist, freue ich mich über das Geld, das ich verdiene und wenn es ruhig ist, kann ich das genießen, weil ich weiß, es geht auch wieder anders.

Wenn mich allerdings etwas auf die Palme bringt, dann ist es Technik, die nicht funktioniert. Das regt mich dann aber auch so richtig auf. Wie gesagt: Da ist noch Luft nach oben. 😉

Wie geht es 2018 weiter?

Ich habe mir vorgenommen, endlich häufiger auf Veranstaltungen zu gehen und offline zu netzwerken. Die ersten Termine sind schon fest eingetragen. Los geht es mit der Social Media Week Hamburg. Wenn Du auf dem Laufenden bleiben möchtest, wo Du mich live treffen kannst, abonniere gern meinen Newsletter. Dort veröffentliche ich meine Termine künftig. Über den Newsletter hast Du übrigens auch Zugang zu allen meinen Freebies.

Ich werde weniger konsumieren. Ich meine nicht Kleidung oder alltägliche Dinge, sondern es geht mir um Webinare, Challenges und dergleichen. Jeder spezialisiert sich und zu jedem Fachgebiet gibt es hunderte Angebote. Da werde ich in diesem Jahr sehr viel wählerischer sein.

Was ich nicht mag oder mir nicht liegt, werde ich konsequent abgeben. Ich kann z. B. mit Kursen für WordPress, Programmierung etc. nichts anfangen, weil es meine Zeit frisst und mir nicht wirklich Freude bereitet. Deshalb lagere ich diese Dinge künftig verstärkt aus.

Und meine Vision ist auch klar:

Ich stärke bei Unternehmern das Bewusstsein für die Macht der Worte und unterstütze sie dabei, Botschaften so zu formulieren und zu verbreiten, dass sie bei der Dialoggruppe auch wirklich ankommen.

Worte können einen erheblichen Schaden anrichten: privat, gesellschaftlich und auch beruflich. Ich möchte stattdessen, dass sie Positives bewirken und so einen Teil dazu beitragen, die Welt zu einem besseren Ort zu machen.

Deshalb freue ich mich schon auf mindestens 10 weitere Jahre!

2 Kommentare

  1. Liebe Simone,
    was für eine tolle 10-Jahresbilanz! Hut ab!

    Wenn Du genau so weitermachst, kann nichts schiefgehen.
    Die, für mich, wichtigen Sachen hast Du alle verstanden und setzt sie um. Cool!
    Herzlichen Glückwunsch!

    Inge

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