Solltest Du die Texte für Deine unternehmenskommunikation vom Text-Profi schreiben lassen?

Braucht Dein Unternehmen einen Text-Profi?

Schreiben lernt ja nun wirklich jeder Mensch – in Deutschland zumindest – in der Schule. Warum brauchen UnternehmerInnen dann überhaupt einen Text-Profi? Die zwei naheliegendsten Gründe sind mangelndes Schreibtalent und fehlende Zeit. Aber es gibt noch mehr. Denn auch wer gerne schreibt oder sich die Zeit dafür nimmt, kann auf dem Holzweg sein.

Meine Mutter wird häufiger gefragt, was Ihre selbstständige Tochter beruflich macht. Und damit es möglichst jeder versteht, sagt sie einfach immer, dass ich für Unternehmen Texte schreibe.

Freunde und Bekannte aus ihrer Generation (meine Mutter geht auf die 80 zu) halten mich dann meistens für eine Werbetexterin, die sich lustige Sprüche für Anzeigen ausdenkt. Für alles andere hat man ja schließlich die Sekretärin. Ja, so war das früher mal …

In kleinen Unternehmen ist auch heute oft noch die Assistenz für Texte zuständig. Das ist allerdings nicht immer eine gute Idee, denn:

Was bedeutet es eigentlich, Texte für die Unternehmenskommunikation zu schreiben?

1. Es geht ums Verkaufen

TexterInnen oder RedakteurInnen schreiben für Unternehmen überwiegend Marketingtexte. Und das ist kein Job für die Assistenz, sondern eher für den Vertrieb. Eine Marketing-Abteilung haben nicht alle Unternehmen. Der Vertrieb wiederum kann und soll verkaufen, aber nicht schreiben … Im Online-Bereich geht es vor allem um

– Texte für die Website,

– Blogartikel,

– Newsletter oder E-Mail-Sequenzen,
– Produktbeschreibungen,

– Social-Media-Postings und Social-Media-Profile sowie
– Produkt- oder Dienstleistungsbeschreibungen.

Aber auch Print ist nach wie vor gefragt. Hier schreibe ich beispielsweise Texte für Flyer, Broschüren, Kundenmagazine oder Werbebriefe (Mailings).

Dass ein Internetauftritt auf dem Desktop und auf dem Smartphone tipptopp aussieht und funktioniert, setze ich voraus. Ebenso, dass Printmaterialien professionell layoutet sind. Aber die Optik ist nur ein Teil des Verkaufs. Sie ist für den ersten Eindruck gemacht.

Ein Text-Profi weiß: Worte sollen nachhaltig wirken.

InteressentInnen wollen wissen, wer hinter dem Unternehmen steckt, wofür es steht und ob sie dem Unternehmen vertrauen können. Das geht nur über informative, gut lesbare Texte, die gleichzeitig Persönlichkeit und Werte transportieren.

Schöne Bilder allein bringen keine Konversion.

Wenn ich mit meinen Kundinnen und Kunden Kommunikations- bzw. Redaktionspläne erstelle, dann geht es – neben den inhaltlichen Fragen – auch immer darum, welche Worte wir wählen, damit die Konversion steigt. Stichworte sind Keywords, #Hashtags und Corporate Language (Unternehmenssprache).

Tadellose Rechtschreibung und Grammatik sind wichtig, ohne Zweifel. Aber Texte müssen eben auch verkaufen.

2. Es geht um Suchmaschinenoptimierung

„Herzlich willkommen auf unserer Website“, „Herzlich willkommen bei der Tralala GmbH“, „Schön, dass Sie hier sind“ … Du ahnst ja nicht, wie oft ich an den für Suchmaschinen entscheidenden Stellen auf Websites und Blogs so überflüssige Formulierungen lese.

Ich weiß, dass es den jeweiligen Selbstständigen oder Geschäftsführenden von KMU darum geht, die BesucherInnen im Internet freundlich zu begrüßen. Das ist auch völlig in Ordnung. Aber bitte nicht im Seitentitel, in der Meta-Beschreibung und erst recht nicht in der Haupt-Überschrift der Website.

Die Grundlagen der Suchmaschinenoptimierung habe ich hier im Blog bereits ausführlich erklärt. Der Artikel ist immer auf dem aktuellen Stand. Wenn Du also nicht ganz sicher bist, dann schau dort noch mal nach.

Suchmaschinen können mit Phrasen, Animationen und Bildergalerien nichts anfangen. Sie brauchen Text mit sinnvollem Inhalt (neudeutsch: relevanter Content, möglichst mit Keyword-Optimierung).

Deshalb weiß der Text-Profi, dass es darauf ankommt, Suchmaschinen und LeserInnen auf den ersten Blick zu sagen, wer Du bist, worum es auf Deiner Seite geht, was Du tust und für wen. „Hallo und herzlich willkommen“ kannst Du ersatzlos streichen.

TexterInnen und RedakteurInnen für Unternehmenskommunikation sind also auch in technischen Fragen fit und wissen, wie man Suchmaschinen und LeserInnen glücklich macht.

3. Texte nehmen LeserInnen an die Hand

Kaum jemand kauft beim Erstkontakt. Vor allem Unternehmen und Selbstständige, die klassische Dienstleistungen anbieten oder im Informationssektor tätig sind (Hightech, Kommunikationstechnik, Beratung), sind darauf angewiesen, potenzielle Kundinnen und Kunden auf ihrem langen Weg bis zum Kauf zu begleiten (Customer Journey).

Text-Profis wissen, welche Phasen InteressentInnen durchlaufen und welche Worte an welcher Stelle entscheidend sind. Nicht nur auf der Website, auch auf Flyern ist zum Beispiel der Call-to-Action enorm wichtig.

Sag Deinen LeserInnen, was sie tun sollen. So übergriffig, wie es klingt, ist es nicht. Bekommen wir einen Flyer in die Hand gedrückt, wollen wir wissen, was wir davon haben. Gibt es ein Geschenk, freien Eintritt, ein Probe-Exemplar? Soll ich einen Termin vereinbaren? Anrufen?

Gleiches gilt für die Website: Soll ich ein kostenfreies Kennenlerngespräch buchen? Den Newsletter abonnieren? Mir ein Online-Geschenk herunterladen?

Website-BesucherInnen, die nicht genau wissen, was sie tun können oder wie sie Hilfe bekommen, werden schnell wieder abspringen und ihr Glück bei Deinen MitbewerberInnen suchen.

Fazit: Ein Text-Profi verbindet das Unternehmen mit seinen Kundinnen und Kunden auf vielfältige Weise.

Er kann schreiben, sich in andere Menschen hineinversetzen, ist auf dem aktuellen Stand der Technik und versteht auch noch viel von Marketing und Werbe-Psychologie.

Es gibt daher kaum Texte aus der Unternehmenskommunikation, die ganz ohne die Unterstützung eines Experten auskommen. Ich formuliere inzwischen auch Text-Richtlinien, damit auch E-Mails, Rechnungen oder Mahnungen zum Gesamtauftritt eines Unternehmens passen und alle, die eben kein Text-Profi sind, wissen, was sie wie am besten schreiben.

Wie geht es Dir mit dem Schreiben von (Marketing-)Texten? Bist Du fit auf diesem Gebiet? Oder wünschst Du Dir doch manchmal jemanden, der einen frischen Blick auf Deine Texte wirft? Schreib Deine Erfahrungen gerne in die Kommentare.

Newsletter Texte und Content-Strategie Simone Maader Kommunikation

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