Titelbild, Blogartikel, so bildest Du den Imperativ richtig

Der Imperativ – Wie bildet man noch mal die Befehlsform?

Vielleicht kennst Du von meiner Facebook-Seite die Sonntags-Rubrik „Deutsche Sprache auf einen Blick“? Dort knöpfe ich mir immer etwas vor, das oft falsch geschrieben wird. Für den Imperativ reicht ein einzelner Post nicht, da muss jetzt ein ganzer Blogartikel her. Das brennt mir schon lange unter den Nägeln, deshalb schmeiße ich heute mal meinen Redaktionsplan um.

Den Imperativ nutzt Du für Befehle, Verbote, Tipps, Hinweise oder Aufforderungen. Im Marketing betrifft der Imperativ also vor allem den Call-to-Action. Und während das für zwei oder mehr Personen (Lasst euch das nicht entgehen!) und beim Siezen (Melden Sie sich jetzt an!) meistens gar kein Problem ist, geht der Imperativ beim Duzen oft gründlich in die Hose.

Ich gebe zu, dass es ein paar Verben gibt, bei denen auch ich immer mal wieder ins Schwimmen komme und nachschlagen muss. Aber:

Die meisten Fehler beim Imperativ sind leicht vermeidbar, wenn Du die grundlegenden Regeln kennst.

Ich werde mich auch auf den informellen Imperativ im Singular beschränken – also auf die Befehlsform für nur eine Person, die geduzt wird („Sie“ wäre die Höflichkeitsform, aber die lasse ich hier weg). Beispiele:

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Der Imperativ für die du-Form leitet sich also von der 2. Person Singular ohne das „du“ und die Endung „-st“ ab. Hä? Genau! Deshalb wird der Imperativ ja so oft falsch gebildet. Also, es funktioniert so:

du nimmst – Nimm!

du meldest – Melde!

du hörst – Hör!

du gibst – Gib!

du bewirbst – Bewirb!

du liest – Lies!

du gibst – Gib!

du empfiehlst – Empfiehl!

du lernst – Lern!

Deutsche Sprache – Keine Regeln ohne Ausnahmen:

du bist – Sei!

du hast – Hab!

du wirst – Werde!

du fährst – Fahr!

Wenn Du das im Kopf jetzt ein bisschen durchspielst, fällt Dir sicher etwas auf. Du könntest doch zum Beispiel auch „Höre mir zu!“ sagen?! Das stimmt, das geht und ist auch nicht falsch. Aber würdest Du so sprechen? Mit dem angehängten -e werden Texte schnell sperrig und klingen gestelzt.

Wenn Du also schreiben willst, wie Du sprichst (und dazu rate ich Dir unbedingt, wenn Du Deine Leser duzt), dann verzichte auf das angehängte -e.

Ruf mich an!

Lass Dich überzeugen!

Setz Dich vor die Kamera!

Grüß Deinen Mann/Deine Frau!

Bei Verben, die auf eln oder ern enden, musst Du allerdings das -e anhängen (das -e- in der Mitte wiederum ist optional):

trommeln – du trommelst – Tromm(e)le!

googeln – du googelst – Goog(e)le!

wundern – du wunderst – Wund(e)re Dich nicht!

handeln – du handelst – Hand(e)le!

Anhängen musst Du das -e auch bei Verben, deren Präsensstamm auf -d, -t und -ig endet oder auf einen Konsonanten in Verbindung mit -m oder -n. So liest sich das dann:

atmen – du atmest – Atme!

rechnen – du rechnest – Rechne!

verteidigen – du verteidigst – Verteidige!

entschuldigen – du entschuldigst – Entschuldige!

beleidigen – du beleidigst – Beleidige!

Ich hoffe, Dir ist ein ein wenig klarer geworden, wie Du Deine Handlungsaufforderungen rein grammatikalisch bilden musst. Deutsch ist ist eine wunderbare, vielseitige Sprache und richtig eingesetzt besitzt Du damit ein mächtiges Werkzeug!

Stolperst Du manchmal auch über die Befehlsform? Oder gibt es für Dich andere Fallstricke? Lass es mich wissen, vielleicht kann ich ja auch daraus ein kleines Erklärstück machen. :-)

Newsletter Texte und Content-Strategie Simone Maader Kommunikation orange

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