Blogartikel, Titelbild zu: Was soll ich bloß posten

Hilfe, was soll ich bloß posten?

Wenn ich mit Kunden an einer Content-Strategie arbeite oder schon einen Schritt weiter bin, beim Redaktionsplan, dann kommt in Bezug auf Social Media immer wieder die Frage: „Und was sollen wir dann alles posten? So viel passiert bei uns gar nicht!“ Es muss auch gar nicht ständig etwas passieren. Unendlich viele Kleinigkeiten, die einem selbst vielleicht schon fast banal vorkommen, können für Kunden, Interessenten oder die Community spannend sein.

Um es gleich vorweg zu sagen: Es gibt nicht den einen Weg, der für jeden funktioniert. Es gibt nicht das Format, das immer gut läuft. Und was bei den Mitbewerbern gut funktioniert, muss für Dich noch längst nicht passen. Bevor Du also loslegst und Dir Inhalte überlegst, definiere, welche Ziele Dein Content jeweils verfolgt und wen Du konkret erreichen willst.

Außerdem brauchst Du Zeit und Geduld. Wenn ein Format nicht sofort zündet, bleib trotzdem weiter dran. Irgendwer hat gesagt, dass Content-Marketing ein Marathon ist und kein Sprint. Kann ich nur bestätigen. Und das Durchhalten lohnt sich!

Es gibt aus meiner Sicht drei Bereiche, die sehr dankbar sind, wenn Du einen Social-Media-Redaktionsplan füllen möchtest: wiederkehrende Inhalte, Berichte von Veranstaltungen und Content-Häppchen.

Als Format haben Videos hier vorab einen Extraplatz verdient. Sie funktionieren in allen drei Bereichen, sind vor allem auf Facebook und Instagram extrem beliebt und werden es wohl auch bleiben. Das gilt insbesondere für die Stories auf Instagram. Aber auch klassische YouTube-Videos tun viel für die Sichtbarkeit. Schau also, dass Du möglichst regelmäßig auch Videos einplanst.

Jetzt aber zu den Content-Tipps:

1. Regelmäßige, wiederkehrende Inhalte

Rubriken und feste Themenblöcke haben den großen Vorteil, dass Du sie gut planen und vorbereiten kannst. Bei mir sind das z. B. auf Facebook der sonntägliche Sprachtipp, mein Zitat zum Start in die Woche und der Bloggers-Tag für meine Follower am Donnerstag. Genauso ist es möglich, komplette Wochen oder Monate unter ein bestimmtes Thema oder Motto zu setzen.

Es gibt ganz viele Inhalte, die Du zur Rubrik machen kannst:

  • das Learning der Woche
  • das Rezept der Woche
  • das Gemüse/das Tool/die Herausforderung des Monats
  • das Projekt des Monats
  • Behind the Scenes
  • Zahlen, Daten, Fakten (unbedingt auch Witziges, Überraschendes oder Absurdes)

Wie kann das jetzt konkret aussehen?

Dein Gemüse des Monats ist Rosenkohl. Dann machst Du zum Auftakt beispielsweise ein Video oder schreibst einen Blogartikel, in dem Du erklärst, was an Rosenkohl so toll ist. Was steckt drin? Worauf achtet man am besten beim Kauf?

Gib über den Monat verteilt viele hilfreiche Tipps rund um das Thema Rosenkohl und binde die Zuschauer/Leser ein. Frag nach Lieblingsrezepten oder wer Rosenkohl schon als Kind gehasst hat. ;-)

Interaktionen anzuregen ist wichtig, denn derzeit werden sie besonders stark von einigen Social-Media-Algorithmen belohnt! Außerdem siehst Du daran, welche Inhalte besonders gut ankommen.

2. Berichte von Veranstaltungen (oder darum herum)

Events, Barcamps, Messen und andere Veranstaltungen (IHK, Handwerkskammer, Netzwerktreffen) freuen sich über Postings von Teilnehmern. Du bist dort auch dabei? Super, dann nutzt Du auf Twitter oder Instagram den (hoffentlich vorhandenen) Event-Hashtag und veröffentlichst zeitnah Fotos, Videos, Kommentare, Tweets und anderes. Es ist inzwischen üblich, live während eines Vortrags zu twittern. Berichte, was Du dort erlebt oder wen Du getroffen hast.

Achtung: Das alles ist keine Werbefläche. Im Vordergrund stehen persönliche Eindrücke, Erlebnisse und Zwischenmenschliches, nicht Dein Angebot.

Auch rund um Sportereignisse gibt es Hashtags und Trends, die Du Dir zunutze machen und einen Bogen zu Deinem Business spannen kannst. Spring auf den Zug auf und erzähl, was Deine Meinung dazu ist, welche Tipps Du in dem Zusammenhang geben kannst. Für Mentalcoaches oder Ernährungsberater ist Leistungssport eine Steilvorlage.

Da ist zum Beispiel die Fußball-WM. Am Eröffnungstag machst Du als Coach ein kurzes Live-Video zu Themen wie „auf den Punkt vorbereitet sein“ oder „Mindset und Erfolg“. Du könntest Deine Follower auch fragen, wie sie mit Niederlagen umgehen. Es müssen nicht immer lange Texte, ausführliche Podcast-Episoden oder lange Videos sein. Oft genügen schon kurze Impulse.

3. Einzelne Häppchen

Sie funktionieren für jedes Netzwerk, das Format passt Du aber am besten individuell an. Jedes Netzwerk ist anders, hat seine Besonderheiten und die User entsprechende Ansprüche. Auf Twitter zum Beispiel kommen automatisierte Facebook-Posts nicht gut an. 25 Hashtags von Instagram wiederum sind bei Facebook-Nutzern nicht besonders beliebt.

Bereite also lieber unterschiedliche Formate vor, die aber vom Prinzip her das gleiche Design mitbringen. Du möchtest ja nicht nur einfach posten, sondern wiedererkannt werden. Canva in der Pro-Version macht das Erstellen von Grafiken im gleichen Design für mehrere Plattformen übrigens sehr einfach. Aber auch Crello ist hierfür ein klasse Design-Tool, wenn Du nicht die Profiprogramme von Adobe kaufen kannst oder möchtest.

Was hast Du nun für Optionen in Bezug auf kleine Häppchen?

  • Gib kurze Tipps.
  • Stell Dein Lieblingstool vor.
  • Poste auch mal etwas Privates (Haustier, Sport, Hobby …).
  • Mach Vorher-nachher-Bilder.
  • Erzähl von Deinen Wochenendplänen.
  • Erlaub den Blick hinter die Kulissen.
  • Verweis auf Deine anderen Kanäle.
  • Bedank Dich bei Deinen Fans fürs Folgen.
  • Stell eine Frage oder erstell eine kurze Umfrage.
  • Empfiehl ein Buch, ein Blog oder einen Podcast.
  • Empfiehl einen Experten und tagge (markiere) denjenigen.
  • Poste Zitate und Sprüche.
  • Poste Auszeichnungen oder erfolgreich absolvierte Lehrgänge, Fortbildungen usw.
  • Stell Mitarbeiter oder Kooperationspartner vor.
  • Zeig Kartons mit frischer Ware und weck Neugier auf neue Produkte.
  • Zeig, an was Du aktuell arbeitest.
  • Vertritt eine Meinung.

Den letzten Punkt empfinde ich als besonders wichtig. An Meinung und Haltung entzünden sich Diskussionen – und dafür sind soziale Netzwerke gedacht: Gespräche, Austausch, Kommunikation.

Du siehst: Es gibt unendlich viele Möglichkeiten. Aber Freude sollten sie Dir bereiten. Wenn Du Dich dauerhaft durch Deine Videos quälst, siehst man das. Dann such Dir zum regelmäßigen Posten lieber ein anderes Format, mit dem Du Dich wohler fühlst. Wichtig ist, dass Du ins Tun kommst. Es muss nicht perfekt sein, sondern echt und sympathisch!

Mehr zum Thema Redaktionsplan für Social Media (inklusive einer Trello-Vorlage) findest Du übrigens in diesem Artikel, den ich gerade frisch aktualisiert habe.

Und wenn Du bereits mit einem Redaktionsplan arbeitest, aber mit den Ergebnissen unzufrieden bist (z. B. mangelnde Konversion), dann schau mal hier rein.

Newsletter Texte und Content-Strategie Simone Maader Kommunikation

2 Kommentare

  1. Sehr schöner hilfreicher Artikel. Vielen Dank :)

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