Nicht nachmachen: Typische Fehler in sozialen Netzwerken

Ein Leben ohne Smartphone ist für viele Menschen kaum noch vorstellbar. Facebook, Google und Co. begleiten uns ständig. Die ARD/ZDF-Onlinestudie von 2018 bescheinigt dem Smartphone eine außerordentliche Bedeutung für die Internetnutzung insgesamt. Logisch, dass auch KMU und Selbstständige Social Media geschäftlich einsetzen. Aber: Diese Fehler sollten ihnen dabei nicht unterlaufen.

Soziale Netzwerke bieten unglaublich viele Möglichkeiten: Akquise, Marketing, Vertrieb, PR, Mitarbeitergewinnung … Entscheidend ist, dass UnternehmerInnen lernen, diese Möglichkeiten für sich erfolgreich zu nutzen. Der richtige Umgang mit Social Media ist keine Raketenwissenschaft.

Fehler macht jeder, vor allem in der Anfangszeit.

Vieles muss sich erst einspielen. Aber vieles lässt sich auch vermeiden. Was jetzt folgt, solltest Du jedenfalls nicht nachmachen. Sonst laufen Dir die (vielleicht mühsam gewonnenen) Fans ganz schnell wieder weg.

Diese sechs typischen Fehler bringen Dich um den Erfolg:

1. Fehler: Du hast keine Strategie

Leider kann man auch als Laie Unternehmens-Profile bei den verschiedenen sozialen Netzwerken sehr einfach einrichten. Ich sage leider, weil das dazu verleitet „einfach mal einen Account anzulegen“, der dann vor sich hin dümpelt. Unperfekt loszulegen, ist kein Problem. Aber trotzdem mit Sinn und Verstand. Was Du brauchst, ist eine Content-Strategie.

Diese sollte unter anderem die Ziele beschreiben, die Du mit Hilfe der sozialen Netzwerke erreichen möchtest. Willst Du mehr Sichtbarkeit für Dich, für Dein Produkt, für Deine Dienstleistung, willst Du einen Experten-Status erreichen, potenzielle MitarbeiterInnen ansprechen oder in die Medien kommen?

Hinzu kommt, dass Du Deine jeweilige Zielgruppe und deren Bedarf genau kennen musst. Erst wenn Du zum Beispiel konkretes Wissen rund um Deinen Kunden gesammelt hast, weißt Du, wo Du mit welchen Inhalten sinnvoll aktiv werden kannst.

2. Fehler: Du bist zu selten aktiv

Ja, soziale Netzwerke kosten viel Zeit. Das kann man ruhigen Gewissens so sagen. Schon allein deshalb ergibt es keinen Sinn, überall präsent zu sein. Leg Dich auf höchstens drei Netzwerke fest, die Du dafür richtig gut pflegst.

Sozial bedeutet eben auch miteinander. Dieses Miteinander entsteht aber nur, wenn Du Deinen Followern (und denen, die es werden sollen) täglich oder mehrmals pro Woche (je nach sozialem Netzwerk) relevante Inhalte anbietest.

Für mich hat es sich bewährt, täglich einen festen Zeitraum für Social Media zu reservieren und mich an diese Zeitbeschränkung auch zu halten. Wenn ich zwischendurch Lust habe, auf Facebook oder Instagram aktiv zu werden, kann ich das immer noch tun. ;-)

3. Fehler: Du gibst zu schnell auf

Nach ein paar Wochen schon mehrere hundert oder gar tausend echte Follower zu haben, ist ziemlich unrealistisch. Es ist mit viel Aufwand verbunden, sich eine treue Anhängerschaft aufzubauen. Und das Wichtigste ist dabei Geduld.

Bei Twitter ist so viel Bewegung in der Timeline, dass völlig klar ist, dass nicht jeder Deinen Post sieht. Hab keine Scheu, mehrmals am Tag mehr oder weniger dasselbe zu twittern.

Bleib am Ball. Erfolg mit Social Media kommt nicht über Nacht. Klick um zu Tweeten

Beiträge von Facebook-Unternehmensseiten werden nicht zwangsläufig im Newsfeed Deiner Follower angezeigt. Trotzdem oder gerade deshalb solltest Du fleißig weiter posten. Sei geduldig. Mit der Zeit wirst Du handfeste und gute Ergebnisse erzielen. Auch ein regelmäßiger Blick in die Statistiken hilft Dir, einzuschätzen, welcher Content Dich voran bringt.

4. Fehler: Du hast Angst vor der Öffentlichkeit

Negative Bewertungen und Kritik sind natürlich nicht schön – aber sie gehören im Geschäftsleben dazu. In sozialen Netzwerken ist zum einen der richtige Umgang mit Kritik gefragt. Lies dazu auch meinen Artikel, in dem ich Dir konkrete Formulierungshilfen gebe. Zum anderen brauchst Du ein dickes Fell, um nicht alles an Dich heranzulassen.

Schau Dir die Kritikpunkte genau an und entscheide dann, ob es tatsächlich etwas zu verbessern gibt oder jemand bloß seine schlechte Laune an Dir ausgelassen hat.

Der andere Aspekt von „Angst vor Öffentlichkeit“ ist, dass viele Menschen ihr Privatleben privat halten möchten. Das ist nicht nur legitim, sondern auch sinnvoll und möglich. Ich poste zum Beispiel grundsätzlich keine Bilder von meinen Kindern und Fotos aus dem Urlaub veröffentliche ich erst nach der Rückkehr. Im Grunde stelle ich ohnehin nur Dinge online, die ich genau so auch auf ein Autobahn-Plakat drucken würde.

Jeder muss hier seinen eigenen Weg finden. Wer aber in Facebook-Gruppen Fake-Namen nutzt, zur Schule des Lebens gegangen ist und als Profilbild seine Katze hat, braucht sich nicht zu wundern, wenn er oder sie im Business-Kontext nicht ernst genommen wird.

5. Fehler: Du interagierst nicht mit anderen

Man kann es nicht oft genug wiederholen: Es sind soziale Netzwerke – Social Media, nicht Selling Media. Das bedeutet, dass Austausch stattfinden sollte – ein Austausch von Inhalten, Meinungen, Kommentaren, etc.

Schau, was für Deine Zielgruppe interessant sein könnte, teile dann Blog-Beiträge, Fotos, Zitate oder Neuigkeiten und tausch Dich mit anderen aus. Auf diese Weise zeigst Du Deinen Followern, dass Du Dir Gedanken machst, was sie interessieren könnte und zeigst anderen Menschen im Netzwerk, dass Du ihre Inhalte schätzt.

Der zweite Aspekt in Sachen Interaktion ist der Umgang mit Reaktionen wie Kommentaren. Bedank Dich für Kommentare oder fürs Teilen, frag nach, wenn jemand Kritik äußert – und das alles möglichst zeitnah. Dazu ist es natürlich notwendig, dass Du regelmäßig einen Blick auf Deine Profile wirfst und Dich aktiv mit Social Media befasst.

Letzteres empfehle ich nicht nur EinzelunternehmerInnen, sondern auch Geschäftsführenden von KMU. Sie sollen aber nicht kontrollieren, was gepostet wird, sondern die Richtung vorgeben und mit gutem Beispiel vorangehen.

6. Fehler: Du übertreibst es mit den Veröffentlichungen

Grundsätzlich hat jedes soziale Netzwerk seine eigenen Spielregeln. Bei Twitter kannst Du 10 mal am Tag etwas posten, bei Facebook reicht einmal, um es mal zuzuspitzen. Was aber gar nicht geht, ist eine Dauerbeschallung. Ich hatte bei Twitter schon Menschen in meiner Timeline, die mindestens 100 Tweets am Tag senden. Oder fünf Instagram-Posts von einer Person direkt nacheinander … Das nervt, und meistens sind die Inhalte auch entsprechend flach. Solchen Leuten ent-folge ich relativ schnell.

Die Follower sollen sich freuen, wenn sie etwas von Dir lesen, sehen oder hören – also geh ihnen nicht auf die Nerven.

An dieser Stelle ist ein Hinweis auf Automatisierungstools wie Buffer oder Hootsuite wichtig, finde ich. Diese Programme sind eine große Hilfe, wenn es darum geht, Beiträge für bestimmte Uhrzeiten vorzuplanen und dann automatisch zu verschicken. Aber: Wir wünschen uns alle den Austausch mit anderen Menschen und nicht mit Maschinen. Also sei trotz Automatisierung regelmäßig präsent.

Was Du bei der Autiomatisierung vermeiden solltest: überall dasselbe zu posten. Zwar bieten die Netzwerke selbst oder auch Tools die Möglichkeit des Cross-Postings an. Aber davon machst Du besser nicht Gebrauch. Warum? Weil jedes Netzwerk andere (zum Teil unausgesprochene) Regeln hat – und die User damit andere Ansprüche. Darüber hinaus verdirbst Du Dir die Interaktionsrate. Wer likt und kommentiert schon denselben Artikel auf zwei unterschiedlichen Kanälen?

Ja, das alles hört sich nach Arbeit an. Aber diese Arbeit lohnt sich. Und wenn Du die sechs genannten Punkte beachtest, bist Du mit Deinem Unternehmen in sozialen Netzwerken auf einem guten Weg.

Marketing und Kommunikation funktionieren längst nicht mehr, wie noch vor 10 oder 15 Jahen. Soziale Netzwerke sind ein elementarer Bestandteil der Digitalisierung und aus der Unternehmenskommunikation nicht mehr wegzudenken.

Deshalb interessiert mich natürlich, wie es Dir mit den sozialen Netzwerken im Business geht. Nutzt Du sie erfolgreich? Machen Dir Social Media Freude oder sind sie eher ein notwendigs Übel? Ich freue mich auf Deinen Kommentar.


Portrait Simone Maader, TExte, Content-Strategie, Content-PlanMoin! Ich bin Simone Maader und ein echtes Nordlicht. Ich schreibe leidenschaftlich gern Texte über das, was meinen Kundinnen und Kunden wichtig ist: ihre Marke, ihre Dienstleistungen, ihre Ideen und ihre Werte.

Da Inhalte, um erfolgreich zu sein, einen Rahmen brauchen, erstelle ich auch Content-Strategien und Redaktionspläne / Content-Pläne. Mehr dazu erfährst Du auf meiner Website www.maader.de.

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