Podcast - Interview mit Carolin Habekost, Titelbild

So klappt’s mit dem Podcast: Mein Interview dazu mit Carolin Habekost.

Ich liebe Interviews. Das war für mich immer der schönste Teil des Journalismus: mit anderen Menschen über ihre (Herzens-)Themen sprechen. Deshalb starte ich heute eine kleine Interview-Reihe. Den Anfang macht Carolin Habekost, die mit Leib und Seele ihren Podcast „Finde Dein Mama-Konzept“ betreibt.

Liebe Carolin, Du bist direkt ins Podcasten eingestiegen, hast vorher nicht gebloggt oder ähnliches. Was war und ist für Dich der besondere Reiz des Formats Podcast?

Carolin Habekost: Als Nutzerin liebe ich es, dass ich die Episoden hören kann, wann und wo ich will. Und das auch bei Tätigkeiten wie Autofahren, Haushalt oder als meine Kinder noch kleiner waren und ich stundenlang mit Kinderwagen spazieren ging.

Als Podcasterin liebe ich es, dass ich mit meinen Hörerinnen sprechen kann. Ich kann viel besser sprechen als schreiben und kann so meinen Inhalt authentisch anbieten. Da ich ursprünglich Kommunikationstrainerin bin, passt das Medium optimal zu mir.

Im Gegensatz zu mir hier im Blog führst Du häufig Interviews. Ist das eine Darstellungsform, die beim Podcast besonders gut funktioniert, oder siehst Du keinen Unterschied zu den Folgen, in denen ausschließlich Du zu hören bist?

Ich bin überzeugt, dass es der Mix aus Solo-Episoden und Interviews macht. Es kommt immer darauf an, was man erreichen möchte. Ich führe viele Interviews, weil ich mir so viele Experten und Expertinnen einhole, die zum ausgewählten Thema viel Mehrwert bieten.

Zusätzlich lerne ich so viele Kollegen und Kolleginnen kennen und netzwerke parallel. Das macht Spaß und führt zu Austausch. In Solo-Episoden kann ich gezielt auf Fragen und Themen der Hörerinnen eingehen. Zusätzlich lernen die Hörerinnen mich hier in meiner Art und Weise kennen.

Ich gebe es zu: Ich höre erst regelmäßig Podcasts, seitdem Du mir davon vorschwärmst. 😉 Was mir dabei immer wieder auffällt, sind die großen Unterschiede in Bezug auf die Länge der Episoden. Manche dauern ja nur 10 oder 15 Minuten, ich habe aber auch schon Episoden gehört, die eine Stunde oder länger laufen. Hast Du Erfahrungen sammeln können, was die ideale Länge angeht?

Dazu gibt es unter Podcastern unterschiedliche Meinungen. Ich habe verschiedene Längen ausprobiert. Für Solo-Episoden eignen sich 15 bis 30 Minuten. Für Interviews 30 bis 45 Minuten. Dies ist sicherlich nicht allgemein gültig, sondern hängt von dem Inhalt und der Zielgruppe ab.

Das heißt, dass Du relativ viel Zeit in die Produktion investierst, wenn die Folgen im Schnitt eine halbe Stunde lang sind. Dazu kommt dann die Vermarktung. Wie viel Aufwand betreibst Du, um die einzelnen Folgen und den Podcast als Ganzes bekannter zu machen?

Das ist Situationsabhängig. Was ich immer tue:

  • auf meiner Facebook-Fanpage am Veröffentlichungstag der Episode live gehen,
  • eine E-Mail an die Podcast-Liste schicken,
  • einen Post in meiner Facebook-Gruppe „Podcast Finde dein Mama-Konzept“ schreiben,
  • bei einem Interview: bitten, dass die Person auf ihren Kanälen auf die Episode hinweist.

Außerdem plane ich auf der Facebook-Fanpage Beiträge zu vergangenen Episoden, sodass ich einmal wöchentlich auf eine bereits veröffentlichte Episode hinweise.

Wenn ich Zeit und Muße habe, dann

  • setze ich die Episode mit einem Bild auf Pinterest,
  • schreibe ich es in den Newsfeed von Xing,
  • poste ich es in anderen Facebook-Gruppen,
  • schreibe ich einen Hinweis in meinen Newsletter,
  • verteile ich / lege ich Podcast-Visitenkarten aus,
  • schreibe ich Gastartikel auf Blogs und weise auf Episoden oder den gesamten Podcast hin.

Um auch durch Google gefunden zu werden, schreibe ich ausführliche Shownotes. Das heißt, zu jeder der Episoden gibt es eine Zusammenfassung des Inhalts auf meiner Podcast-Seite (=Blogseite).

Podcast-Visitenkaten finde ich eine großartige Idee! Aber zur Vermarktung gehört natürlich auch das Vermarkten der eigentlichen Angebote. Wie setzt Du das bei „Finde Dein Mama-Konzept“ um?

Am Ende jeder Episode setze ich einen Call-to-Action, um so Hörerinnen auf meine Facebook-Fanpage, in die Facebook-Gruppe, in ein kostenloses Kennenlerngespräch, in ein Webinar, zu meinem Freebie etc. zu leiten. Auch nenne ich während der Episode oder im Intro ein Angebot, wenn es thematisch einen Mehrwert bietet. Der Podcast dient dazu, in Kontakt mit meiner Zielgruppe zu kommen und freie Inhalte rauszugeben. Ich nutze ihn nicht als direkten Verkaufskanal. Der Podcast ist ein Teil meines Sales-Funnels.

Das klingt alles so locker aus dem Ärmel geschüttelt, aber ich gehe davon aus, dass auch Du vor Hürden gestanden hast. Was waren Deine größten Herausforderungen?

Mir die Technik anzueignen. Ich habe viel Zeit damit verbracht, mich in WordPress, Hindenburg Journalist (Tonschneideprogramm), iTunes, Stitcher, Podcaster.de (Hoster) und Canva einzuarbeiten. Ich war zuvor nicht online unterwegs und alles war neu. Auch war es eine Herausforderung, den Podcast zu gestalten. Ein Coverbild musste her. Eine passende Musik inkl. Intro musste ausgesucht werden. Mir zu überlegen, wie ich was gestalte bzw. gestalten lasse und wie meine Positionierung am besten nach außen getragen wird, war auch eine Herausforderung.

Hast Du Tipps, die Du Podcast-Einsteigern mit auf den Weg geben möchtest?

Überleg dir, warum du einen Podcast machen möchtest. Wen möchtest du damit erreichen? Welchen Mehrwert soll die Hörerschaft erhalten? Hör dir selbst Podcasts an und achte darauf, was Dir gefällt und was nicht. Bevor du ein Cover, ein Intro, einen Redaktionsplan etc. erstellst, empfehle ich dir, eine Probehörerschaft zu nutzen.

Du nimmst ein paar Episoden auf, ganz unprofessionell, z. B. mit deinem Smartphone. Du probierst Soloepisoden aus und ein Interview. Du variierst in der Länge der Episoden. Jetzt stellst du diese Episoden Probehörern zur Verfügung und erstellst eine Umfrage (z. B. mit Typeform). Erst nach dem Feedback schreibst du deinen Redaktionsplan und kümmerst dich um alle anderen Details. Auch empfehle ich allen Podcast Newcomern den Podcast „Podcasthelden on Air“ von Gordon Schönwälder.

Liebe Carolin, herzlichen Dank für Deine vielen Tipps und Infos. Klasse, dass Du Dir die Zeit genommen hast, mir und meinen Lesern einen Einblick in Deine Arbeit mit dem Podcast zu geben.

Alle Links und Infos rund um „Finde Dein Mama-Konzept“ gibt es hier:

Carolins Podcast auf  iTunes / iOs

Carolins Podcast auf Stitcher / Android

Interview zum Thema Podcast mit Carolin HabekostCarolin Habekost begleitet als Online-Coach Mamas dabei, ihren Weg der Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu finden. Sie richtet sich gezielt an bedürfnisorientierte Mütter, die beruflich erfolgreich sein möchten.

Mehr über Carolin und ihre Arbeit erfährst Du unter www.carolinhabekost.de

Hol Dir auch ihre 45 Vereinbarkeits-Hacks für mehr Balance zwischen Familie und Beruf unter http://www.carolinhabekost.de/vereinbarkeits-hacks/

2 Kommentare

  1. Liebe Simone, liebe Carolin,

    welch‘ schönes, erfrischendes Interview – herzlichen Dank!
    Ich bin vor kurzem erst über das Format Podcast gestolpert und habe mir einige Episoden der „Mindful Empowerment-Expertin“ Laura Malina Seiler angehört. Das hat mir Spaß gemacht, auch wenn ich noch daran bastle, wie & wann ich mir gesprochene Worte „reinziehe“. Spannend, wie Carolin sich in die Materie hinein gearbeitet hat – das beeindruckt mich und klingt sehr professionell. Auch von sich behaupten zu können: „Ich kann viel besser sprechen als schreiben“ – cool, wirkt sehr authentisch. Dazu fällt mir ein: Ich weiß nicht, ob ich besser schreiben als sprechen kann, doch ich schreibe z. B. in der Tat lieber als dass ich telefoniere.
    Simone, weiter so mit der Interview-Reihe – deine Neugier & Offenheit kommen gut rüber, und es macht Laune, das Interview zu lesen.
    Alles Gute, Carolin

    • Liebe Carolin,

      vielen, vielen Dank für Dein Feedback zu diesem Interview. Mir machen solche Gespräche große Freude und es ist natürlich toll, wenn das auch so rüberkommt. 🙂
      Den Podcast von Laura Malina Seiler finde ich auch sehr gelungen, zumal ich ihrer Stimme einfach mag. Der Inhalt kann beim Podcast noch so toll sein, wenn ich mit der Stimme nicht „warm werde“, höre ich mir die Episoden nicht an.

      Dass Du gern schreibst, merkt man auf jeden Fall. Deine Texte sind auch einfach wunderbar zu lesen. Aber vielleicht wäre ein Podcast von Dir eine schöne Ergänzung dazu. Ich bin gespannt.

      Liebe Grüße
      Simone

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