5 Gründe, warum Du täglich schreiben solltest

Wann immer das Gespräch auf Schreib-Blockaden oder -Unlust kommt, gebe ich immer gern einen ganz bestimmten Rat: Schreib jeden Tag. Ganz konsequent. Die Begeisterung bei meinem Gegenüber ist dann zunächst nicht so groß. Täglich schreiben? Über was? Und was soll das tatsächlich bringen außer noch mehr Arbeit?

Die Effekte sind größer als Du vielleicht vermutest, aber bevor ich das erkläre, möchte ich den Rahmen abstecken. Als Erstes solltest Du einen festen Zeitraum am Tag finden,  der ausschließlich der Schreiberei gehört. Ich sage das bewusst etwas abfällig, weil es nicht das Ziel ist, aus Dir den nächsten Thomas Mann oder die nächste Bettina von Arnim zu machen. Es geht darum, überhaupt ins Schreiben zu kommen.

Deshalb ist es auch völlig egal, was Du zu Papier bringst. Zu Anfang wirst Du vermutlich wirr und unstrukturiert alles aufschreiben, was Dir so einfällt – und das ist auch genau richtig. Mach Dir an dieser Stelle bloß keinen Stress mit der Qualität.

Außer Dir soll es ja niemand lesen. Schreib auf, wie der Tag war, was Du getan oder erlebt hast. Oder schreib morgens Deine Träume auf und mal Dir den anstehenden Tag in bunten Farben aus. Hauptsache, Du schreibst. Aber warum das Ganze?

1. Du schreibst im Business stressfreier

Es ist wie mit anderen Dingen auch: Wenn Du es können willst, musst Du es üben – immer wieder und wieder. Es ist nicht wichtig, ob Du morgens um halb sechs eine halbe Stunde schreibst, oder abends um elf. Wichtig ist, dass Du immer zur gleichen Zeit ungestört an Deinen Schreibfertigkeiten arbeiten kannst.

Das ist aus meiner Sicht einer der besten Wege, die Angst vor dem leeren Blatt oder dem leeren Bildschirm zu verlieren und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu entwickeln. Wenn Du für Dein Business z. B. regelmäßig Blog-Texte veröffentlichen willst, brauchst Du Routine. Das gilt selbstverständlich auch für die Vorbereitung von Podcasts oder Videos.

2. Du entdeckst beim Schreiben neue Wörter

Was ich an der Deutschen Sprache liebe, sind unter anderem ihre Genauigkeit und ihre Vielfalt. Allein für das Verb „reden“, gibt es so viele Alternativen: plaudern, erzählen, schwatzen, ausdrücken, erwähnen, berichten …

Um nicht jeden Tag dasselbe zu schreiben, werden Dir mit der Zeit immer mehr Wörter einfallen, die Du bis dahin selten genutzt hast. Dein eingeschlafener Wortschatz wird aufgeweckt. Das wiederum wirkt sich auch auf den Alltag positiv aus: Du wirst eloquenter.

3. Du trainierst, mit der Hand zu schreiben

Ja, Du liest richtig, Du sollst tatsächlich mit der Hand schreiben. So richtig mit Stift und Papier. ;-) Wann macht man das heute noch? In Zeiten, in denen sogar der Einkaufszettel ins Smartphone getippt wird, ist das DIE Chance, an Deiner Handschrift zu „arbeiten“.

Du kennst vielleicht das Phänomen, dass Du zu Weihnachten Karten verschickst und Dich über Deine krakelige Handschrift ärgerst, einfach, weil Du sonst nur noch tippst?!  Du wirst ganz nebenbei auch Unterschiede bei Stiften und Papier feststellen und merken, welches Material Du am liebsten nutzt. Dann macht das Schreiben gleich noch mehr Spaß.

Mit der Hand zu schreiben, hat aber noch einen Vorteil: Es wird Dich unmittelbarer mit Dir selbst und Deinen Gedanken in Kontakt bringen. Das klingt jetzt vielleicht etwas esoterisch, aber es ist wirklich so. Meine besten Business-Ideen entstehen immer durch handschriftliche Aufzeichnungen. Bei aller Liebe zum Digitalen: Ich besitze deshalb Berge von Notizbüchern. :-)

4. Du stimmst Dich positiv

Stehst Du morgens auf und denkst direkt über alles Unangenehme nach, das Dich im Tagesverlauf erwartet? Oder gehst Du abends ins Bett und beschäftigst Dich noch mal im Kopf mit den Dingen, die nicht so gut gelaufen sind? Dann ist regelmäßiges Schreiben das perfekte Training für positives Denken.

Stimm Dich schon morgens mit schönen Texten und angenehmen Gedanken auf den Tag ein oder lass abends alles auf dem Papier Revue passieren, was gut gelaufen ist. Dem schenken wir meistens viel zu wenig Aufmerksamkeit. Schreiben hat durchaus etwas Heilsames!

5. Du lernst Dich selbst besser kennen

Wenn Du einfach vor Dich hin schreibst, erfährst Du mehr über Dich, als Du vielleicht vermutest. Du verschriftlichst Träume, Gedanken und Ideen, die durch das Aufschreiben ein ganz anderes Gewicht bekommen. Außerdem entsteht eine gewisse Ruhe im Kopf, weil Du loslassen kannst, was in Dir herumgeistert und Du es stattdessen auf dem Papier festhältst.

Du wirst Dich wundern, wie viele wunderbare Gedanken in Deinem Kopf stecken, die einfach raus möchten. Die geistige Ruhe, die dadurch einkehren kann, ist für mich übrigens ein toller Nebeneffekt beim Bloggen.

Wie sieht es bei Dir aus? Hast Du feste Schreib-Zeiten oder -Rituale? Ich bin neugierig, wie Deine Erfahrungen sind und welche Tipps Du weitergeben magst.

In diesem Zusammenhang möchte ich Dir abschließend das Buch „Der Weg des Künstlers“ von Julia Cameron empfehlen (Der Link führt zu Ecobookstore. Ich mag diesen Online-Buchhandel einfach als Alternative zu Amazon und hab davon ansonsten nichts). Ein wesentliches Element von Julia Camerons 12-Wochen-Programm ist das Schreiben von Morgenseiten.

Das Buch enthält aber auch viele andere praktische Übungen, um der eigenen Kreativität auf die Sprünge zu helfen. Es kommt sehr spirituell daher, aber auch wenn das nicht Deine Welt ist, lohnt es sich unbedingt, das Buch durchzuarbeiten.

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