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Texte aufräumen und besser schreiben

Januar ist der Monat, in dem besonders häufig ausgemistet und aufgeräumt wird. Das gilt für Keller, Garage und Dachboden – Aufräumen ist aber auch im Bereich von Texten sinnvoll. Website-Texte, Landing-Pages, E-Mail-Vorlagen … ich gebe Dir acht Tipps, wie Du Deine Texte wieder auf Kurs bringst und Deinen Lesern Freude machst.

Zwischen Weihnachten und Neujahr nutze ich – wie so viele andere – die freie Zeit, um all das loszuwerden, was ich als überflüssig empfinde. Da gehen innerhalb der Familie die Vorstellungen schon mal auseinander. Was ich wegwerfen würde, ist für die Kinder oft sehr wertvoll und mein Mann meint gelegentlich, man könne das noch gebrauchen.

Bei Alltagskram mag das so sein, bei Internet-Texten gibt es aber Dinge, die ganz sicher weg können oder zumindest aufpoliert werden müssen. Darüber gibt es auch keine zwei Meinungen – jedenfalls nicht unter den Profi-Schreibern.

Phrasen und Übertreibungen

„Unsere maßgeschneiderten Coachings sind vom XY-Verband zertifiziert, um Ihnen höchste Qualitätsstandards bieten zu können.“ Phrasen und Übertreibungen klingen im ersten Moment wahnsinnig wichtig, aber sie vermitteln keinerlei echten Inhalt, geschweige denn einen Mehrwert. Bedauerlich, denn Deine Leser sollen ja möglichst auch Kunden werden.

Die schlimmste aller Phrasen ist für mich: „Herzlich willkommen auf meiner Website.“ Das klingt zwar freundlich, ist aber überflüssig. Außerdem vergeudest Du wertvollen Platz und die Zeit Deiner Leser, die nach brauchbaren Informationen suchen. Falls sich also ganz oben auf Deiner Homepage, im Seitentitel oder in der Meta-Beschreibung  diese Worte befinden, streichst Du sie bitte sofort und ohne Ausnahme. Da hilft kein Aufräumen, da musst Du ausmisten.

Mein Tipp: Schreib so konkret wie möglich und behalte immer den Kundennutzen im Hinterkopf.

Füllwörter

Um es gleich vorweg zu sagen: Ich habe nicht grundsätzlich etwas gegen Füllwörter. Bloggern helfen sie, ihren Texten eine bestimmte Schreibstimme zu verleihen. In sachlichen Texten (z. B. auf der Website, auf der Landing-Page oder in Pressemitteilungen) haben sie aber nichts zu suchen.

Mein Tipp: Nimm Dir einen Text exemplarisch vor und markiere sämtliche Füllwörter. Du wirst recht schnell merken, auf welche Du verzichten kannst und was Du besonders häufig nutzt. Diese Wörter löschst Du dann einfach. Zu den Füllwörtern gehören unter anderem: also, an sich, freilich, halt, quasi, relativ, schon, übrigens, wohl, zwar.

Rechtschreib- und Grammatikfehler

Rechtschreibung ist nicht jedermanns Sache. Deshalb gibt es im Internet genügend Möglichkeiten, Texte noch einmal zu überprüfen. Das beste Angebot hat aus meiner Sicht der Duden. Du findest zum einen die Rechtschreibprüfung und kannst zum anderen jedes Wort, bei dem Du unsicher bist, auch nachschlagen. Bei Verben liefert der Online-Duden sogar sämtliche Verbformen auf einen Blick (hier am Beispiel des Wortes mitmachen).

Mein Tipp zum Aufzuräumen von Texten ist daher: Trenn Dich von Bandwurmsätzen. Das dient auch der leichteren Zeichensetzung und einer sauberen Grammatik. Sehr viele Fehler entstehen durch lange, verschachtelte Sätze – davon abgesehen sind sie online äußerst mühsam zu lesen.

Passiv

Passiv macht Texte behäbig und langweilig. Es ist die Leideform des Verbs. Was starke Texte brauchen, ist eine positive Grundhaltung (die Energie folgt der Aufmerksamkeit). Außerdem ist bei Passiv-Konstruktionen die handelnde Person unwichtig. Wenn sich der aber Text um Dich und Dein Unternehmen dreht, wie kannst Du dann unwichtig sein?

Mein Tipp: Wenn Du darauf achtest, im Aktiv zu schreiben, werden Deine Sätze automatisch kürzer und knackiger. Ein angenehmer Nebeneffekt. 🙂

Substantivierungen und Nominalstil

Wenn Worte auf -ung, -heit und -keit oder auf -ismus, -ät, -ion oder -ive enden, sei wachsam. Substantive blähen Texte auf und machen sie schwerfällig. Das Gute daran ist, dass Du sie fast immer problemlos durch Verben ersetzen oder zumindest gut umformulieren kannst.

  • Beachtung schenken – beachten
  • zum Ende bringen – beenden
  • Umwandlung – umwandeln
  • zur Sprache bringen – ansprechen

Mein Tipp: Arbeite möglichst mit Verben und verzichte weitgehend auf Substantivierungen.

Links

Funktionieren alle interne und externen Links? Wenn ein Links ins Nichts führt, ist das ärgerlich für Deine Leser, es wird allerdings auch von den Suchmaschinen nicht gern gesehen. Mein Tipp: Für WordPress gibt es das Plugin Broken Link Checker, das Dir die Arbeit erleichtert. Wenn Du das Plugin nicht dauerhaft installieren möchtest, dann kannst Du es nach dem Aufräumen wieder entfernen.

Keywords

Sie sind wichtig, aber Du solltest wissen, wie Du sie richtig einsetzt. In jedem zweiten Satz das Keyword unterzubringen, wird von Google eher bestraft als belohnt. Wir schreiben für Menschen, nicht für Suchmaschinen. Wenn Du dieses Thema vertiefen willst, empfehle ich Dir meinen Blog-Artikel zu den SEO-Grundlagen.

Mein Tipp lautet daher: Prüfe, wie oft Du das Keyword in einem Text verwendest. Wenn es zu häufig auftaucht, ersetz es durch verwandte Begriffe. Deine Leser werden es Dir danken – und Google auch.

Aktualität

Sind alle Angaben auf allen Unterseiten der Website stimmig? Wie sieht es mit Branchenbüchern, sozialen Netzwerken etc. aus? Du glaubst nicht, wie oft ich online auf Ungereimtheiten oder fehlerhafte Angaben stoße. Das ist für (potenzielle) Kunden sehr ärgerlich.

Mein Tipp: Leg Dir ein Dokument an, in dem Du alle diese Textbausteine  (und deren Ort der Veröffentlichung) sammelst. Dann kannst Du alles in einem Rutsch prüfen und korrigieren. Notiere Dir darin auch, in welche Verzeichnisse Du Dich eingetragen hast, um alles immer auf dem aktuellen Stand zu haben.

Das war jetzt eine Menge Input. Ich fasse noch einmal zusammen, auf welche Aspekte Du achten solltest, wenn Du Deine Web-Texte aufräumen und verbessern möchtest:

  1. Ersetze Phrasen und Übertreibungen durch Aussagen mit Mehrwert/Kundennutzen.
  2. Verzichte in neutralen Texten auf Füllwörter.
  3. Verbessere Rechtschreib- und Grammatikfehler. Auch Zeichensetzung ist wichtig.
  4. Schreib im Aktiv und formuliere positiv.
  5. Ersetze Substantivierungen durch Verben oder formuliere den Satz komplett um.
  6. Kümmere Dich um funktionierende Links.
  7. Setz Keywords mit Bedacht ein.
  8. Halte sämtliche Informationen über Dein Unternehmen aktuell.

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4 Kommentare

  1. Sehr cool. Die Rechtschreibprüfung des Online-Dudens kannte ich noch nicht. Für mich, die immer die Kommata vergisst, sehr hilfreich.

  2. Super Auflistung für alle die Texte schreiben! Das mit Substantivierungen und Nominalstil ist mir neu, das werde ich künftig beachten. Alles andere „versuche“ ich schon so gut es geht umzusetzen. Sehr hilfreich!

    • Liebe Birgit,
      herzlichen Dank für Dein Feedback. Es freut mich, dass Dir meine Tipps helfen. Substantivierungen rutschen einem leider schnell mal in den Text. Aber jetzt hast Du sie bestimmt besser im Visier. 🙂

      Herzliche Grüße
      Simone

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