Was solltest Du tun, wenn Dir Leser abspringen?

Was tun, wenn Leser Deinen Newsletter abstellen?

Kennst Du das? Du schaust auf Deine Abonnenten-Zahlen und stellst fest: wieder jemand weg. Hat einfach Deinen Newsletter abbestellt. Ein blödes Gefühl, das einen dann beschleicht. Und jetzt? Was sollst Du tun? Bist Du nicht gut genug für die Leser?

Als erstes möchte ich Dir den Rat geben, das Ganze nicht persönlich zu nehmen, denn in aller Regel kennen Dich die Abonnenten ja gar nicht persönlich. Und Du sie auch nicht. Deshalb kannst Du über ihre Beweggründe nur spekulieren:

  • Dein Thema ist nicht (mehr) relevant.
  • Derjenige hat ausgemistet, weil er zu viele Newsletter bekommt.
  • SociaMedia-Kanäle gefallen dem Leser einfach besser.

Das ist alles individuell verschieden und darüber nachzudenken, ist reine Zeitverschwendung, denn Du kannst es nicht jedem recht machen und solltest das auch nicht versuchen. Wichtig ist, dass Du keine handwerklichen Fehler machst und immer darauf achtest, Deinen Lesern oder Followern Mehrwert zu liefern. Und die Frage der Qualität sollte nicht von der Zahl der Fans abhängen.

50 Leser haben genauso ein Anrecht auf gute Inhalte wie 500 oder 5000.

Deshalb bringt es auch nichts, immer nur auf die Zahlen zu schielen und möglichst viele Follower oder Leser haben zu wollen. Klar, es fühlt sich gut an, aber am Ende sind die Menschen wichtig, die wirklich für Dich und Dein Produkt oder Deine Dienstleistung interessieren.

Wenn also immer mal jemand abspringt, dann taucht derjenige entweder an anderer Stelle wieder auf oder verschwindet auf Nimmerwiedersehen. Aber dann ist das ok. Ich musste an der Stelle auch erst lernen, loszulassen.

Relevant sind nicht die Leser, die verschwinden, sondern die, die gerne bleiben.

Manche Menschen wollen Leser auf Gedeih und Verderb in der Liste behalten. Das nimmt zum Teil wirklich groteske Züge an. Ich übertrage das Verhalten in der Online-Welt gerne in das Offline-Leben. Stell Dir bitte mal vor, Du gehst in einen netten kleinen Möbelladen, schaust Dich um, gehst nach ein paar Minuten wieder und dann stürmt eine Verkäuferin hinter Dir her und quakt: „Warum gehen Sie denn schon?“

Dann sagst Du ihr, dass Du nichts Passendes gefunden hast und sie sagt: „Ok, Sie können jetzt natürlich den Laden verlassen, aber Ihnen ist schon klar, dass Ihnen dann eine Menge entgeht? So tolle Möbel finden Sie nicht an jeder Ecke.“

Schräg, oder? Das passiert online ständig. Es gibt zahlreiche Abmeldelinks, in denen mir erzählt wird, was ich alles verpasse, wenn ich jetzt gehe. Falls ich bis dahin noch gezweifelt haben sollte, dann ist das der Punkt, an dem ich mich definitiv austrage.

Die meisten Menschen sind sich der Tragweite einer Newsletter-Abmeldung bewusst.

Abmeldungen können auch ein Zeichen für eine verbesserte, klarere Positionierung sein. Nicht jeder ist Dein Kunde und nicht zu jedem passt daher Dein Newsletter. Wenn Du also Dein Profil geschärft hast und daraufhin Menschen abspringen, ist das eher positiv.

Entscheidend ist am Ende, ob Du mit den Lesern, die Du hast, Deine Business-Ziele erreichst. Du kannst 5000 Newsletter-Abonnenten haben: Wenn die Mehrheit Karteileichen sind, hilft Dir das gar nichts. Überleg Dir also gut, welche Inhalte Du Deinen Lesern liefern kannst und musst, damit Du Deine Ziele erreichst.

Und lass Dich auf diesem Weg nicht von einzelnen Abmeldungen aus dem Tritt bringen.

Beim Content-Marketing musst Du sehr dicke Bretter bohren. Da ist es wenig zielführend, bei jeder Abmeldung in Aktionismus zu verfallen.

Newsletter Texte und Content-Strategie Simone Maader Kommunikation

4 Kommentare

  1. Das ist ein sehr guter Artikel. Eigentlich ist es ja überall das Gleiche – egal, ob online oder offline, ob bei einem Newsletter oder einem Shop.Es gibt immer 2 Seiten – die des Käufers und des Verkäufers oder die Seiten des Abonnenten und des Versenders.

    In der Regel verkörpern wir aber alle je nach Situation auch beide Seiten. Also mal sind wir Abonnent, mal der Email-Versender. Also muss man sich gerade in der Rolle des Verkäufers / Email-Versenders fragen: wie möchte ich behandelt werden?

    Möchte ich beim Verlassen eines Ladens/Onlineshops angequatscht werden? Möchte ich, dass man mir Emails schickt mit dem Betreff „Ich bin enttäuscht!“, nur weil ich eventuell einen angebotenen Kurs nicht gebucht habe? Oder möchte ich bei einer Newsletter-Abmeldung nochmal angeschrieben werden mit dem nächsten ach so wichtigen Hinweis?

    Oder finde ich das alles störend? Dann sollte ich meine eigenen Leser, Kunden und Abonnenten mit eben diesem Respekt behandeln, den ich mir auch wünsche.

    Und es ist genau, wie du schreibst – eine volle Email-Liste mit einer sehr geringen Öffnungsrate bringt mir gar nichts. Die kostet dann einfach nur Geld. Und eine Austragung ist allemal besser, als wenn der Abonnent genervt auf Spam-Mail klickt.

    • Liebe Daniela,
      vielen Dank für Deinen ausführlichen Kommentar. Das Beispiel mit „Ich bin enttäuscht!“ ist klasse. Solch eine E-Mail habe ich auch schon bekommen und den Kopf geschüttelt. Ich plädiere für eine respektvolle Kommunikation mit der jeweiligen Dialoggruppe und bin ganz sicher, dass sich das langfristig auszahlt.

      Viele Grüße
      Simone

  2. Hallo Simone, vielen dank für diesen Beitrag.

    Ich habe es anfangs sehr persönlich genommen,wenn auf einmal ein paar Abonnenten weg waren. Meist waren es eh nur Mitbewerber, die meine Freebies abgrasen wollten und sich feige mit einer Wegwerf-Email abgemeldet haben. Da ich bislang immer kostenpflichtige Newsletter-Anbieter genutzt hatte, tat dies doppelt weh.

    Irgendwann machte es Klick bei mir, kündigte den kostenpflichtigen Anbieter ( wofür Geld bezahlen?) und installierte Mailpoet in meinem Blog.
    Seitdem dümpel ich zwar „nur “ mit 20 Abonnenten rum, aber 20 sind mir allemal lieber als 150 , die sich eh nicht für meine Zeilen interessieren :-)
    Lange Rede – kurzer Sinn:
    Es ist ein Prozess, der erst einmal im Inneren ankommen muss. Nicht jeder Abonnent liest die Newsletter, nicht jeder Abonnent nimmt die Angebote wahr. Wichtig ist, dass man dennoch „bei der Stange bleibt“ und nicht den Kopf in den Sand steckt .-)

    Bei der Gelegenheit fällt mir auf, dass ich mich bei dir noch nicht angemeldet habe, was ich flugs nachhole. Denn ich mag deine Beiträge sehr, habe es bislang zeitlich nicht auf die Reihe bekommen, auch mal einen Kommentar da zu lassen ..
    LG Tina

    • Liebe Tina,

      vielen Dank für Deinen Kommentar. Darüber habe ich mich jetzt gerade besonders gefreut :-)

      Ich gebe Dir absolut recht: Man muss einfach am Ball bleiben und darf sich von so kleinen Rückschlägen nicht aus dem Tritt bringen lassen. Aber das sagt sich immer so leicht … Beim Newsletter ist es insofern besonders schwierig, als dass man ja (meistens) kein direktes Feedback bekommt. So lange es nur mal vereinzelt Abmeldungen gibt, bin ich ganz entspannt. Wenn auf einen Schlag 10 Leute weg wären, würde mich das mehr irritieren.

      Dass Du einen Newsletter über die Social Web News hinaus hast, war mir gar nicht bewusst. Die Wochenschau habe ich immer gern gelesen. Aber jetzt stehe ich auch auf Deiner anderen Liste!

      Liebe Grüße
      Simone

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