Blogartikel Titelbild - So gibst Du entspannt Interviews

5 Tipps für gelungene Interviews

Interviews geben: Das ist die perfekte Möglichkeit, Dich zu präsentieren und Dein Unternehmen ins Gespräch zu bringen. Damit aus der Chance nicht plötzlich ein Risiko wird, ist eine intensive Vorbereitung Pflicht. In diesem Blogartikel erfährst Du, worauf Du unbedingt achten solltest, wenn Du interviewt wirst.

Während meiner Zeit als aktive Journalistin habe ich hunderte Interviews geführt. Der direkte Austausch war für mich immer der schönste Teil dieses Berufs. Ich hatte damit aber auch gut ein Jahrzehnt lang die Möglichkeit, meine Interviewpartner zu „studieren“. Vor allem Selbstständigen oder Unternehmern, die selten Interviews geben, habe ich deshalb vorab gern Tipps gegeben, wie sie sich vorbereiten können. Dass Journalisten ihre Interview-Partner gerne in die Pfanne hauen, ist ein Gerücht, das sich hartnäckig hält.

Natürlich musst Du bei Interviews – je nach Thema – auch mit kritischen Fragen rechnen.

Und wenn es sich nur indirekt um Dich und/oder Dein Produkt dreht, geh davon aus, dass Dein Interview nur ein (ggf. kleiner, aber wichtiger) Teil eines Artikels ist. In diesem Fall kommen vermutlich auch Mitbewerber oder Kritiker zu Wort.

Wenn Du Kooperationspartnern oder Bloggern ein Interview gibst, kommst Du eher nicht in diese Situation. Hier soll ein Win-win für beide Seiten entstehen. Das Interview ist also unkritischer, erfordert aber trotzdem eine gute Vorbereitung.

Es gibt fünf Punkte, die für erfolgreiche Interviews in der Zeitung, beim Radio oder Fernsehen ebenso wie für Interviews mit Bloggern, Podcastern oder für Video-Interviews wichtig sind.

1. Beachte die Zielgruppe des Mediums

Es ist ein Unterschied, ob Du einem bekannten Blogger, der Süddeutschen Zeitung oder einem Magazin wie Neon ein Interview gibst. Genauso verhält es sich mit Radio- oder Fernsehsendungen und -sendern. Bereite Dein Fachwissen also für die jeweilige Zielgruppe auf.

Damit unterstreichst Du zum einen Deine Kompetenz als Interview-Partner. Zum anderen erleichterst Du dem Interviewer das Leben. Der muss im Zweifel nämlich Deine Aussagen so umformulieren, dass sie bei seiner Zielgruppe ankommen. Das macht Arbeit und führt eventuell zu Sätzen, die den Kern Deiner Aussage nicht mehr ganz treffen.

Deshalb ist es wichtig, dass Du Deine Sprache und Deine Aussagen entsprechend anpasst. Lies dazu auch meinen Artikel über die Kraft der richtigen Worte.

2. Leg Deine Kernbotschaften fest

Finde heraus, in welchem Kontext Dein Interview veröffentlicht wird und leg fest, was Du dem Leser, Zuschauer oder Zuhörer unbedingt vermitteln möchtest. Ungeübte neigen dazu, sich zu verzetteln und ausschweifend zu antworten. Das ist langweilig und ermüdend. Den Interviewer wiederum zwingt es, Deine Antworten zu kürzen, denn Sendezeit und Textlängen sind oft auf das Wort oder die Sekunde genau festgelegt.

Wenn Du weißt, was Du sagen willst und mit welchen Botschaften Du glänzen möchtest, kommst Du schneller zum Punkt. Halte Deine Antworten so kurz wie möglich und so lang wie nötig.

Für den Fall, dass Du Dich mit dem Thema „Kernbotschaften“ noch gar nicht so richtig beschäftigt hast, empfehle ich Dir diesen sehr ausführlichen Artikel von Ivana Baric-Gaspar.

3. Spiel Interviews auf dem Papier durch

Überleg Dir alle möglichen Fragen und Deine Antworten darauf. Das kannst Du auch machen, bevor Du jemals eine Interview-Anfrage bekommen hast. Dann besitzt Du eine Vorlage, auf die Du jederzeit zurückgreifen kannst.

Natürlich macht es wenig Sinn, dieses Dokument auswendig zu lernen. Aber wichtige Aussagen oder Satzbausteine prägen sich auf diese Weise besser ein. Das gibt Sicherheit und verbessert Deine Ausstrahlung.

Und: Du solltest auf alle Fälle auch Aspekte ausformulieren, über die Du nicht so gern sprechen möchtest. Du kannst davon ausgehen, dass zumindest Journalisten kritische Fragen stellen werden, wenn es für sie angebracht erscheint. Es ist ihr Job, Themen differenziert zu betrachten.

4. Übe die praktische Umsetzung

Such Dir jemanden, mit dem Du Interviews durchspielen kannst – im Idealfall sogar vor der Kamera (es reichen die private Digicam oder das Smartphone). Erstens nimmt so ein Testlauf Angst und Unsicherheit. Zweitens ist es manchmal ganz schön erschreckend, was man hinterher an sich beobachtet. Wie sind Sprechtempo und Stimmlage? Zappelst Du viel herum? Stehst Du krumm oder mit eingefallenen Schultern?

Es lohnt sich, den souveränen Auftritt zu üben.

Körperhaltung, Mimik, Gestik … all das lässt Dich in Interviews unter Umständen nicht gut aussehen. Damit meine ich nicht nur den Eindruck vor der Kamera. Auch ein Print- oder Hörfunkjournalist sieht während eines Interviews hektische rote Flecken und bemerkt Unsicherheiten in der Sprache und der Haltung. Gleiches gilt für die Zuschauer auf YouTube oder Facebook und für Podcast-Hörer. Deine Inhalte überzeugen nur dann, wenn Du selbst überzeugend bist.

5. Nach dem Interview ist vor dem Interview

Du hast einen Fuß in der Tür – bei wem auch immer. Das ist großartig, um sichtbar zu sein, um Menschen auf Dich und Dein Angebot aufmerksam zu machen. Nutz diese Chance. Bedank Dich nach dem Interview bei Deinem Gesprächspartner und signalisiere, dass Du auch in Zukunft bereit bist, zu bestimmten Themen Interviews zu geben.

Stell in dem Zusammenhang unbedingt eine Kontaktanfrage in Businessnetzwerken wie XING und LinkedIn und/oder verbinde Dich mit Deinem Interviewpartner in sozialen Netzwerken wie Facebook, Instagram oder Twitter. Blogger sind dort heute sowieso unterwegs, und auch viele Journalisten haben den Wert erkannt, den Social Media für ihren Job haben.

Bei Journalisten hast Du es zudem oft mit freien Mitarbeitern zu tun, die für unterschiedliche Medien im Einsatz sind. So zieht nicht selten eine Veröffentlichung die nächste nach sich. Kontaktpflege lohnt sich langfristig – wenn der Austausch auf beiden Seiten offen, ehrlich und auf Augenhöhe stattfindet.

Newsletter Texte und Content-Strategie Simone Maader Kommunikation

PS: Wenn Du selbst gerne Interviews durchführen möchtest, am liebsten per Video, zum Beispiel auf Facebook oder Youtube, dann schau Dir meinen Blog-Artikel dazu an.

4 Kommentare

  1. Liebe Simone,
    ein Thema über das ich noch nicht viel nachgedacht habe. Die Vorbereitung für ein Interview hört sich für mich ähnlich an wie für ein Vorstellungsgespräch. Interessant!

    • Liebe Inge,

      danke für Deinen Kommentar! Darüber habe ich wiederum noch nicht so sehr nachgedacht. Aber Du hast recht: Es ist schon vergleichbar. Wer sich gut verkaufen möchte, braucht eine entsprechende Vorbereitung. Das gilt auch für Bewerber.

      Viele Grüße
      Simone

  2. Da ist auf alle Fälle etwas für mich dabei, sind doch meine Redekünste eher bescheiden. Entweder der Kopf ist leer und es fehlen die Worte, oder ich bin gedanklich einfach schon viel weiter, als die gesprochenen Worte.

    Also das mal mit dem Handy aufnehmen wäre allemal ein Versuch wert.

    • Lieber Alex,

      zunächst entschuldige ich mich, dass ich heute erst antworte. Mir ist Dein Kommentar leider durchgeutscht. :-( Aber es freut mich, dass Dir der Artikel einige Impulse gegeben hat.

      Lass Dich nicht verunsichern: Wir sind mit uns selbst viel kritischer, als es die anderen sind. Die halten Deine Redekünste vielleicht gar nicht für so bescheiden. Wir sind immer gut genug, so wie wir sind. Sich zu vergleichen, macht bloß unzufrieden und unsicher. Ich wünsche Dir auf jeden Fall viel Erfolg und gutes Gelingen!

      Herzliche Grüße
      Simone

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